DIE ROLLE DER KULTURINSTITUTIONEN IN DER EINWANDERUNGSGESELLSCHAFT

Kongress

Impuls: Mark Terkessidis. Diskussion mit: Grada Kilomba, Adnan Softić, Hans-Georg Küppers, Matthias Lilienthal. Moderation: Azadeh Sharifi / Sonntag, 18.10. 17:00 / KAMMER 1

In einer Gesellschaft, die sich aus Minderheiten zusammensetzt, kann man sich längst nicht mehr auf so etwas wie Leitkultur oder Mehrheitsmeinungen berufen. Um die Gesellschaft zu verändern, braucht es neue Modelle der Zusammenarbeit. Die alten Institutionen der sogenannten Mehrheitsgesellschaft müssen sich öffnen, neue Netzwerke müssen gesponnen werden. Es geht um Formen der "Kollaboration". So beschreibt es der Aktivist und Migrationsexperte Mark Terkessidis in seinem jüngst erschienen Buch. Wie kann sich ein Theater nachhaltig für die Wirklichkeit der Einwanderungsgesellschaft öffnen? Wie können Geflohene und ihre Themen ganz konkret in die Praxis des Theaters mit einbezogen werden? Könnte das Theater sogar als Beispiel für andere Institutionen dienen? Welche alten Zöpfe müssen wir abschneiden? Sind unsere Theater nicht Auslaufmodelle einer vergangenen Gesellschaft?


Mark Terkessidis,
arbeitet als Publizist mit den Schwerpunkten Popkultur und Migration. 2006 verfasste er zusammen mit Yasemin Karasoglu ein intensiv diskutiertes Plädoyer für mehr Rationalität in der Integrationsdebatte.

Grada Kilomba, geboren in Lissabon, ist Psychologin, Geisteswissenschaftlerin und Dozentin, Autorin und Künstlerin, die sich in ihren Arbeiten kritisch u. a. mit Rassismus, Sklaverei, Kolonialismus und Geschlechterpolitik befasst. 2012 hatte sie eine Gastprofessur im Fachbereich Gender Studies der Humboldt Universität Berlin inne. Dort forschte sie u. a. zum Thema afrikanische Diaspora, Race, Gender and Racism – from a Black Perspective. Davor unterrichtete sie u. a. an der Freien Universität Berlin, der Universität Bielefeld und in Accra, Ghana. Sie hält Vorträge in ganz Europa.

Adnan Softić, geboren in Sarajevo, studierte Film und Ästhetische Theorie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Zuletzt inszenierte er im Rahmen von NEW HAMBURG das Stück HEIMATMUSEUM und auf Kampnagel BIBBY CHELLENGE. Von 2014-2016 lebt er als Quartierskünstler im Hamburger Stadtteil Veddel.

Hans-Georg Küppers, 1954 in Oberhausen geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Bonn. Seit Juli 2007 ist er Kulturreferent der Stadt München und wurde bis 2019 im Amt bestätigt.

Matthias Lilienthal, geboren 1959 in Berlin, wurde nach Tätigkeiten als freier Journalist Mitte der 1980er Jahre Regieassistent am Wiener Burgtheater. Daraufhin war er unter Frank Baumbauer Dramaturg am Theater Basel. Bis 1998 arbeitete er als Chefdramaturg bei Frank Castorf an der Berliner Volksbühne. Von 2003 bis 2012 leitete er das HAU in Berlin. Ab Herbst 2015 ist er Intendant der Münchner Kammerspiele.

Azadeh Sharifi, Azadeh Sharifi ist freischaffende Kulturwissenschaftlerin. Sie beschäftigt sich mit Postmigrantischem Theater und Postmigrantische Ästhetik, Rassismus und Postkolonialismus im Theater. Sie hat in Heidelberg Germanistik, Philosophie und Jura studiert und am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim über Theater für Alle? Partizipation von Postmigranten am Beispiel der Bühnen der Stadt Köln promoviert. Sie lebt in Berlin.


In deutscher und englischer Sprache mit französischer und arabischer Simultanübersetzung.

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Foto: Urban Prayers (c) Andrea Huber


18. Oktober 2015