Kammer 2

POLITIK IM FREIEN THEATER: GESELLSCHAFTSMODELL GROSSBAUSTELLE (STAAT 2)

VON RIMINI PROTOKOLL UND DEM DÜSSELDORFER SCHAUSPIELHAUS

Festival

Der Berliner Flughafen, das italienische „Generationenprojekt“ A3, die Fußballstadien von Katar: Was erzählen Großbaustellen über unsere Gesellschaft? Was erzählen ihre verborgenen Choreografien verschobener Fertigstellung und Kostenkorrekturen, die komplexen Verflechtungen wirtschaftlicher und politischer Akteure, die undurchsichtigen Verbindungslinien in alle Welt? Warum bauen Staaten und für wen? Was geht vor: Partizipation oder Masterplan?

Nach „Top Secret International (Staat 1)“ über global agierende Geheimdienste, beschäftigen sich Rimini Protokoll im zweiten Teil ihrer Tetralogie über Phänomene der Postdemokratie mit der Großbaustelle als einem Modell für die aktuelle gesellschaftliche Verfasstheit. Das Publikum folgt sieben Expert/innen auf szenischen Baustellenführungen über die Simultanbühnen eines sich immer weiter auffächernden Raumes: Ein rumänischer Bauarbeiter nimmt die Zuschauer/innen mit zum Fliesenverlegen, um von Überstunden und Schwarzarbeit zu erzählen. Eine Anlageberaterin entwirft eine Kosten- Nutzen-Rechnung für Investitionen in „Betongold“. Ein Baurechtler führt Zuschauer/innen in den „Kampfsport Nachtragsforderungen“ ein. Der ehemalige Entrauchungsplaner des Berliner Flughafens BER rekonstruiert seine Baustelle, um sich selbst als Bauernopfer der Politik zu verstehen. Ein Anwalt wirft einen Blick hinter die Kulissen des größten Korruptionsfalles Nordrhein-Westfalens. Und ein Ökonom schaut von einer Schweizer Übersichtsterrasse in Singapur auf einen Masterplan für postfossiles Bauen. So entsteht ein räumliches Wimmelbild, an dem wiederum ein Ameisenforscher aufzeigt, wie ein Staat bauen könnte, dessen Bewohner/innen die Utopie der Partizipation nicht als Summe von Partikularinteressen verstehen.

Am 2. und 3. November wird im Rahmen des Festivals zudem „Träumende Kollektive.Tastende Schafe (Staat 3)“ von Rimini Protokoll im Residenztheater gezeigt.

Im Kontext des Festivals „Politik im Freien Theater“ / 1. bis 11. November 2018


MIT Sonja-Verena Breidenbach, Dieter Läpple, Alfredo Di Mauro, Jürgen Mintgens, Marius Ciprian Popescu, Andreas Riegel, Reiner Pospischil, Fang Tun Lo KONZEPT, TEXT, REGIE Stefan Kaegi BÜHNENBILD Dominic Huber VIDEO Mikko Gaestel MUSIK Fabian Schulz LICHT Konstantin Sonneson DRAMATURGIE Robert Koall THIRD EYE, DRAMATURGIE STAAT 1 – 4 Imanuel Schipper RECHERCHE Wilma Renfordt PROJEKTKOORDINATION Jessica Páez EINE PRODUKTION VON Rimini Protokoll und dem Düsseldorfer Schauspielhaus

„Gesellschaftsmodell Großbaustelle (Staat 2)“ ist Teil der Produktionsserie „Staat 1 – 4“, einer Kooperation zwischen Haus der Kulturen der Welt, Münchner Kammerspiele, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus Zürich und Rimini Protokoll im Rahmen des HKW-Langzeitprojekts 100 Jahre Gegenwart. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. „Staat 1“ wurde vom Goethe-Institut mitinitiiert und koproduziert.


HINWEIS:

„Gesellschaftsmodell Großbaustelle (Staat 2)“ wird am 01. und 02. November 2018 jeweils in deutscher und englischer Sprache angeboten. Die entsprechenden Tickets finden Sie hier:

01. November 2018 // in deutscher Sprache

01. November 2018 // in English

02. November 2018 // in deutscher Sprache

02. November 2018 // in English