Kammer 2

ÉTUDE FOR AN EMERGENCY. Composition for ten bodies and a car

INSZENIERUNG: FLORENTINA HOLZINGER // Altersfreigabe ab 16 Jahren

Performance

In „Étude for an Emergency. Composition for ten Bodies and a Car“ lenkt die Choreografin Florentina Holzinger den Blick erneut auf den Körper als Spektakel – und auf seine Disziplinierung. Ein Stunt ist ein ungewöhnlicher und schwieriger körperlicher Akt, der besondere Fähigkeiten erfordert und normalerweise aus künstlerischen Gründen für das Fernsehen, im Theater oder Film ausgeführt wird. Was Stunts in Action-Filmen sind, kann die Arie in der Oper sein.

Mit einer gemischten Besetzung aus Stuntfrauen, Opernsängerinnen und Performerinnen kreiert Holzinger eine musikalische Studie für zehn Körper und ein Auto. Das sowohl in der Oper als auch im Film vermittelte Bild einer Gefühlsindustrie wird mit anatomischer Präzision seziert und allein auf ihre technischen Aspekte heruntergebrochen – bis nichts als der klangproduzierende Körper übrig bleibt. Florentina Holzinger zieht und zerrt mit voller Absicht an den Grenzen zwischen Hochkultur und „bloßer“ Unterhaltung. Es entstehen brutale Parodien sensationsheischender Bilder, die man aus Filmen, der Oper, dem Fernsehen und dem Internet kennt. In einer Reihe gemeinsamer, opernhafter Rituale und orchestrierten Crashtests lernen die Performerinnen, ihre Körper und Stimmen zu beherrschen, und bereiten sich für den Notfall vor. An den Münchner Kammerspielen war Florentina Holzinger immer wieder mit ihren genreübergreifenden Arbeiten zu Besuch. Mit „Étude for an Emergency. Composition for ten Bodies and a Car“ kommt sie nun erstmals ans Stadttheater, um eine eigene Arbeit zu entwickeln.

In einigen Szenen kommen gewaltsame Handlungen zur Darstellung, die auf manche Zuschauer*innen eine verstörende Wirkung haben könnten. Wir weisen darauf hin, dass Theaterblut und explizite Nacktheit zu sehen sein werden.






Mit Marie Bloching, Marie Dziomber, Shirin Lilly Eissa, Sibylle Fischer, Maria Helgath, Verena Konietschke, Anni Kumlehn, Annette Paulmann, Julia Rutigliano, Linnea Tullius Inszenierung Florentina Holzinger Bühne und Kostüme Nikola Knežević Musik Stefan Schneider Licht Max Kraußmüller Dramaturgie Renée Corpaij, Helena Eckert Stunt-Koordinator Marc Sieger, Petr Dvorak Musikcoach Sibylle Fischer Regieassistenz Friederike Kötter Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild Nicole Marianna Wytyczak Kostümassistenz Victoria Dietrich Internationale Distribution Something Great


ACHTUNG:
In der Aufführung kommen stroboskopähnliche Lichteffekte zum Einsatz.

Uraufführung am 01. März 2020

pressestimmen

„„Étude for an Emergency. Composition for ten bodies and a car“ ist furios inszeniert und von einem furchtlosen Ensemble voller Energie und Spielfreude getragen. Die aufwändig choreographierten Gewaltausbrüche kulminieren in ekstatischen Momenten poetischer Schönheit, die einem als Zuschauer*in selbst fast schon körperlichen Schmerz bereiten.“ (taz)

„Dieser Abend ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Befreiungsschlag.“ (nachtkritik)

„„Étude for an Emergency. Composition for ten bodies and a car“ ist in seiner brutalen Genauigkeit, brutalen Schönheit und brutalen Brutalität manchmal an der Grenze des Aushaltbaren.“ (nachtkritik)

„Die junge Wienerin veranstaltet keine Bühnenproseminare, sondern inszeniert Theaterspektakel, die die Sinne zum Denken zwingen, die mit den brutalsten Mitteln Sensibilitäten schaffen.“ (br)

„Wunderschön.“ (nachtkritik)