Blitz Club

SHOUT OUT LOUD

Von Karen Breece

Immersive Theaterinstallation

„Nicht sehen trennt von den Dingen, nicht hören trennt von den Menschen“, schreibt Kant. Ist das wirklich so?

Unsere Welt ist laut. Müssen wir lauter sein, um gehört zu werden? „SHOUT OUT LOUD“ wagt eine Reflexion über das Laut-Sein und Stumm-Werden, über das Hören und Nicht-Hören in einer Gesellschaft, in der Kommunikation alles ist und immer noch am meisten über Lautsprache funktioniert. Gemeinsam mit einem Ensemble von gehörlosen Menschen aus ganz Europa erarbeitet Karen Breece eine immersive Theaterinstallation, die nach Möglichkeiten einer neuen Verständigung sucht: zu hören ohne Lautsprache; zu verstehen, ohne zu hören.

Die Folie, vor deren Hintergrund diesen Fragen nachgespürt wird, ist ein Ort, der in besonderem Maße für das Laut-Sein steht – der BLITZ Club auf der Museumsinsel. Dort kann Sound auch körperlich erfahrbar gemacht werden, ein immersiver Raum entstehen, innerhalb dessen sich Hörende und Gehörlose auf gleicher Ebene begegnen. Können anstelle des gesprochenen Wortes Bilder, Zustände und Anordnungen anstelle von Schall Vibrationen, Rhythmen und Berührungen stehen?

„SHOUT OUT LOUD“ schafft einen künstlerischen Begegnungsraum für hörende wie nicht-hörende Menschen, in dem gemeinsame Perspektiven des Sich-Wahrnehmens entwickelt und erfahrbar gemacht werden können.


Mit Nur Sera Beysun, Chris Fonseca, Mathias Pointner und Gästen Konzept und Inszenierung Karen Breece Sound Beni Brachtel, Martin Brugger Raum Eva Veronica Born Kostüm Claudia Irro Video Jens Baßfeld Licht Max Kraußmüller Ton Florian Westermeier Outside Eye Christoph Gurk Produktion Laura Josefine Lang ASSISTENZ RAUM UND KOSTÜM Melinka Pixis PRODUKTIONS- UND KOMMUNIKATIONSASSISTENTIN Elisabeth Brichta REGIEHOSPITANZ Rosalie Razavian, Constanze Schön WEITERE KOMMUNIKATIONSASSISTENTINNEN Sophie Blau, Sina Codreanu, Alina Heßmer, Larissa Kim, Marion Kollmeier, Anika Loidl GRAFIK Florian Marschall FOTOS Mara Fischer, Dominik Nimar VIDEOSCHNITT Anne Hünseler PRESSEARBEIT Kathrin Schäfer Kultur PR


GEFÖRDERT von der Landeshauptstadt München, Kulturreferat und Sozialreferat

HERZLICHEN DANK AN Thomas Flach, Julia Wingeleit und ihrem Team vom Kulturreferat Technik, Tobias Schneider, Stefanie von Poser, Kassandra Wedel, Brigitte und Peter Beck, Maximilian Dorner, das Team vom Blitz-Club: Branimir Peco, Jennifer de Negri, Valentin Pacher, Koteba Alabrahem und das Deutsche Museum

Premiere am 17. November 2019

pressestimmen

„Nach Arbeiten über alte Menschen („Don’t Forget To Die“), Asylsuchende („Welcome To Paradise“) oder ein deutsches Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg („Oradour“) recherchierte die deutschamerikanische Theatermacherin über Menschen ohne Gehör. In „Shout Out Loud“ inszeniert sie eine intensive Begegnung zwischen drei Akteuren, die in Gebärdensprache kommunizieren, und einem überwiegend aus Hörenden und Sprechenden bestehenden Publikum.“ (Mathias Hejny, Abendzeitung München)

„Gemeinsam mit ihrem Team fragt die Theatermacherin Karen Breece nach Berührungsängsten – und findet Berührungspunkte: zwischen laut und leise, hörend und nicht-hörend, zwischen der Laut- und der Gebärdensprache.“ (Teresa Grenzmann, Münchner Merkur)

„Das Motto ihrer Theaterinstallation "Shout out loud" könnte auch lauten: Kant widerlegen im Club. Letzterer ist das Blitz, ein Elektroclub auf der Münchner Museumsinsel, berühmt für seine hervorragende Soundanlage. Und Kant, das ist der Philosophieklassiker, von dem jenes Zitat stammt, das den Abend einleitet: "Nicht sehen trennt von den Dingen, nicht hören trennt von den Menschen." Ein Satz, der – wie Breece meint – in Zeiten von Inklusion wie ein Affront anmutet; und dem sie einen Theaterabend entgegensetzt, der der Frage gewidmet ist, wie Kommunikation jenseits des Miteinandersprechens möglich ist. […] Am eindrücklichsten ist dabei eine Szene von Nur Beysun, der einzigen Performerin. In einem wütend vorgetragenen stummen Rap, erzählt sie von der Kränkung, mit einem Menschen zu tun zu haben, der mit seinen Ohren woanders ist. Nicht die Gehörlosigkeit, sondern das Hören ist für sie dasjenige, was zwischenmenschliche Intimität bedroht. Ein interessanter Einspruch gegen Kant: Es ist eben eine Frage der Persektive, was man als trennend empfindet – meine oder deine Andersheit...“ (BR kulturWelt vom 18.11.2019)