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Die Maskenabteilung im Home-Office

Seit dem 12. März ist unser Theater geschlossen und der Großteil der Mitarbeiter*innen ist im Home-Office. Für die in der Verwaltung und in der Intendanz Beschäftigten ist das im Grunde kein Problem, denn jeder besitzt einen Laptop und kann auch von zu Hause auf seine/ihre Mails zugreifen. Die wöchentlich stattfindenden Sitzungen, in denen man Probenprozesse, Spielplanentwürfe und Marketing-Ideen bespricht, werden einfach über Zoom abgehalten und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase konnte man wie gewohnt weiter arbeiten.

Für die handwerklichen Berufe in einem Theaterbetrieb bedeutet die Schließung der Kammerspiele hingegen eine größere Herausforderung. Natürlich möchte man auch hier keinen Leerlauf und die Zeit bestmöglich nutzen. So hat unsere Maskenabteilung kurzerhand ihre Werkstätten einfach ebenfalls in die Wohnungen der Mitarbeiter*innen verlegt, von wo aus seit nun knapp drei Wochen Perücken geknüpft werden, was das Zeug hält. Wir sind nämlich wild entschlossen, ab dem 20. April wieder zu spielen und auch die drei Premieren „Wunde R“, „Mal – Embriaguez Divina“ und „Oracle“ nachzuholen. Darauf muss man vorbereitet sein und die Maske setzt die Entwürfe der jeweiligen Produktion aktuell in die Tat um.

Hierfür braucht man natürlich jede Menge Platz, denn die einzelnen Haarbüschel, aus denen die Perücken geknüpft werden, liegen ausgebreitet vor den Maskenbildner*innen und ergeben erst zusammen ein authentisches Bild von echten Haaren. Am besten eignet sich dafür der größte Tisch in der Wohnung – im Normalfall der Küchentisch. Und nachdem nicht nur die am Theater Beschäftigten daheim bleiben müssen, sondern auch alle anderen, passiert es schon mal, dass der Küchentisch auch von lernenden Kindern oder der Hauskatze belagert wird. Letztere freut sich am allermeisten, denn so viel Gesellschaft hat sie selten und die Haare dienen obendrein wunderbar als Nest.

Das Ganze funktioniert übrigens nur so gut, weil sich die Maskenabteilung schon früh genug Gedanken über eine mögliche Ausgangsbeschränkung gemacht hat. Nach einem kurzen Gefühl der Anarchie hat man gleich entsprechende Schichtpläne entworfen und alles für den Home-Office vorbereitet. Einzig die Leiterin der Maske, Brigitte Frank, ist noch im Theater. Dort beschäftigt sie sich aktuell viel mit administrativen Dingen, Gefahrenstoffen und Arbeiten im Gipsraum.